Relaunch Welde-Markenauftritt – Interview

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Tschüss Welde-Launeglas, hallo Welde-Signature-Glas

 

Wir schreiben das Jahr 1995. In der Welde Braumanufaktur in Plankstadt beginnt eine neue Ära: Welde-Chef Dr. Hans Spielmann setzt neue Akzente und verbindet modernes Lebensgefühl mit alter Brautradition. Mit verschiedenen weiteren Projekten geht er ganz neue und viel beachtete Wege in der Braubranche.

Aus seiner Affinität und Leidenschaft für Kunst und Design entstehen international beachtete Veränderungen wie das Welde-Launeglas und die grüne Welde-Bierflasche – beide charakteristisch geschwungen. Inspiriert wurde Spielmann von einer Skulptur des Eppelheimer Bildhauers Günter Braun. Das Original der Skulptur mit dem passenden Namen „Die Tanzende“ steht bei Welde, eine übergroße Kopie auf dem Verkehrskreisel vor der Brauerei.

 

Jetzt, im Jahr 2021, beginnt wieder eine neue Ära. Seit 2018 ist Max Spielmann, der älteste Sohn von Hans und Brigitte Spielmann, als Geschäftsführer in der gleichberechtigten Doppelspitze aktiv. Eine seiner vielen Aufgaben ist es, den Markenauftritt der Braumanufaktur zu überarbeiten und zeitgemäß zu modernisieren. Dazu gehört neben der Überarbeitung aller Flaschenetiketten und Sixpack-Verpackungen auch, das Gläserangebot für die Gastronomie und Events einerseits zu vereinfachen und andererseits moderner zu gestalten.

 

Im Rahmen dieser Entwicklung des neuen Welde-Markenauftritts heißt es auch Abschied nehmen von dem bekannten, nein, weltberühmten Welde-Launeglas. Nicht einfach so, nicht ohne ein bisschen Wehmut und nicht ohne vorherige lange Überlegungen. Oder?

 

Redaktion (Red): Herr Dr. Spielmann, Abschied vom Welde-Launeglas. Wie ist das für Sie?

Dr. Hans Spielmann (HS): Völlig in Ordnung natürlich! Klar ist auch ein bisschen Wehmut dabei. Denn mit den tanzenden Gläsern verbinde ich auch die Entstehung unseres Welde Kunstpreises, eine Menge Lust und Laune, einen Aufbruch in neue Zeiten. Aber neue Zeiten sind irgendwann nicht mehr neu und dann müssen andere frische Kräfte andere neue Zeiten beginnen.

Red: Sehen Sie das genauso, Max? (Anm.d.Red.: für eine bessere Unterscheidung der beiden Gesprächspartner sprechen wir Welde-Chef Max Spielmann mit seinem Vornamen an.)

Max Spielmann (MS): Ja, auf jeden Fall. Ich bin ja mit dem Launeglas aufgewachsen, kenne es wirklich von Kindesbeinen an. Auch ich verbinde damit viele gute Erinnerungen und eine erfolgreiche Zeit für die Brauerei.

Red: Trotzdem sagen Sie Tschüss zu dem witzigen Glas mit dem geschwungenen oder gedrehten Bauch.

HS: Genau. Sehen Sie, alles hat seine Zeit, und die vom Launeglas ist einfach aus verschiedenen Gründen zu Ende. Eine Rolle spielt dabei auch, dass es heute nicht mehr möglich ist, das Glas in einer zu uns passenden Qualität zu einem akzeptablen Preis zu bekommen. Auch damit wollen wir uns nicht mehr abfinden.

MS: Stimmt. Auch das Handling ist aufgrund der geschwungenen Form in den Spülmaschinen in der Gastronomie und bei Festen manchmal schwierig. Vom Polieren ganz zu schweigen. Wir trennen uns ja auch nicht nur vom Launeglas, sondern wir haben unser komplettes Glassortiment neu aufgestellt.

Red: Wie sehen die neuen Welde-Gläser denn aus?

MS: Das Angebot wurde verkleinert und damit auch vereinfacht. Wir bieten ein Signature-Glas an, eine klassische schlanke Stange, die für Pils hervorragend geeignet ist. Auch Naturradler oder Fassbrause kann daraus ausgeschenkt werden. Natürlich gibt es weiterhin ein Weizenglas und dazu einen Bierseidel für Helles, Export und ähnliche Biere. Die neuen Gläser sind zeitgemäß im Design und passen sowohl in die gemütliche Gastwirtschaft als auch in gehobene Restaurants. Und wir erleichtern damit auch die Arbeit an der Theke und im Gläserlager.

Red: Dann sind die neuen Gläser also eine konsequente Weiterentwicklung im Welde-Auftritt, der sich bereits seit einigen Jahren ändert?

HS: In der Tat. Wir haben ja bereits vor einigen Jahren damit begonnen, neue Wege zu gehen. Seit 2015 sind wir zertifiziert als Slow Beer Brauer. Was wir machen können, um die Qualität unserer Biere zu verbessern, tun wir seit jeher. Slow Brewing, das Brauen mit Zeit, ist genau das, was wir gesucht haben. Wir wollten noch nie eine Massenbierhaltung wie die Fernsehbiere. Wir geben unserem Bier mindestens sechs Wochen Zeit zum Reifen. Wir achten auf beste Rohstoffqualität und wir haben Brauprozesse und einiges mehr umgestellt. Das war kein einfacher Weg, aber für die Zertifizierung unserer Brauerei als Slow Beer Brauer und unseres Bieres als Slow Beer nötig. Nach außen dargestellt haben wir unser Engagement mit der Umstellung des Namens unseres Heroes Welde No1 in Welde No1 Slow Beer Pils und mit der Einführung des neuen Etiketts für das Pils.

MS: Mit dem Craft Beer Trend hat sich die Bierszene und damit auch den Blick auf Brauereien sehr verändert. Positiv verändert. Die Biervielfalt ist enorm gewachsen. Echtes Brauhandwerk ist endlich wieder wichtig. Und gutes Bier braucht nun mal gute Gläser.

Red: Sind auch die Kurpfalzbräu-Gläser und die Craftbier-Gläser aus Ihrem Haus von der Umstellung betroffen?

MS: Nein, diese Gläser bleiben wie sie sind.

Red: Und die berühmte grüne Welde-Flasche mit dem geschwungenen Hals bleibt?

HS/MS: Ja klar!

Red: Vielen Dank für das Gespräch, Dr. Hans Spielmann und Max Spielmann.

 

Siehe auch die Pressemitteilung zum Welde-Markenrelaunch 2021